Die Reise einer autodidaktischen Künstlerin: Zwischen Freiheit, Herausforderung und der Liebe zur Kunst
Kunst ist Freiheit. Kunst ist Ausdruck.
Kunst ist eine Reise – besonders für jene Menschen, die sich ihr autodidaktisch nähern.
Ich bin eine Künstlerin in der mittleren Lebenshälfte, die komplett ohne klassische Kunstausbildung, aber mit umso mehr Leidenschaft ihren Weg geht. Meine Kunst entsteht aus der Freude am Schaffen, aus der Liebe zum Werkstoff Papier in all seinen Formen und Strukturen. Doch mein Weg als autodidaktische Künstlerin ist nicht nur von Inspiration geprägt – er bringt mich manchmal zur Verzweiflung und birgt etliche Herausforderungen.
Das Wort "Autodidakt" stammt übrigens aus dem Griechischen (autos = selbst, didaskein = lehren) und bezeichnet eine Person, die sich Wissen oder Fähigkeiten eigenständig, also ohne formale Ausbildung oder Lehrer, aneignet. Und das ist doch etwas durchweg Positives! So gelten Autodidakten als neugierig, kreativ, eigenmotiviert, zeigen Leidenschaft, Durchhaltevermögen und eine hohe Lernfähigkeit. Viele berühmte Künstler, Musiker und Erfinder waren Autodidakten, so auch Vincent van Gogh oder Leonardo da Vinci.
Die Freiheit einer Autodidaktin
Ohne akademische Ausbildung bin ich nicht an eine bestimmte Richtung oder Technik gebunden. Ich kann mich treiben lassen, Neues ausprobieren und meinen eigenen Stil entwickeln. Ich sehe diese Unabhängigkeit als Geschenk, das mir erlaubt, ganz ich selbst zu sein. Meine Kunst ist ein Spiegel meiner Persönlichkeit, meiner Erfahrungen, meiner Gedanken.
Gleichzeitig bedeutet Autodidaktik aber auch, sich Wissen und Techniken eigenständig anzueignen. Ich habe keinen vorgegebenen Lehrplan, kenne keine Person, die mich anleitet. Seit meiner Kindheit sind Neugier und Experimentierfreude meine ständigen Begleiter. Das Internet, Bücher, Workshops und der Austausch mit anderen Künstlern helfen mir, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Herausforderungen ohne klassische Ausbildung
Doch mein autodidaktischer Weg neigt auch zu Stolpersteinen.
Ohne Abschluss einer Kunsthochschule empfinde ich es als schwer, in Galerien Fuß zu fassen oder an renommierten Ausstellungen teilzunehmen. Viele Wettbewerbe setzen immer noch eine akademische Laufbahn voraus.
Mein Selbstvertrauen kommt ab und zu ordentlich ins Wanken: "Bin ich gut genug"? "Wird meine Kunst ernst genommen"?
In der luxemburgischen Kunstszene, wo etablierte Institutionen oft das Sagen haben, kann es herausfordernd sein, sich einen Namen zu machen. Um Teil der renommierten "Luxembourg Art Fair" oder "Luxembourg Art Week" zu werden, muss man beispielsweise bei einer Galerie unter Vertrag stehen oder einem Künstlerkollektiv angehören.
Ich möchte meine eigene Nische finden, authentisch bleiben und meine eine eigene künstlerische Welt erschaffen. Ehrlichkeit steht bei mir an erster Stelle, daher ist in meiner künstlerischen Vita das Wort Autodidaktin ganz klar vermerkt. Dankbarkeit verspüre ich immer dann, wenn mein Portfolio an Kunstwerken überzeugt und nicht Ausbildung, Grade oder Bekanntheitsfaktor.
Die luxemburgische Kunstszene: Chancen und Nischen für Autodidakten
Luxemburg hat eine kleine, aber durchaus lebendige Kunstszene.
Neben großen Museen und Institutionen gibt es viele große und kleinere Galerien, Off-Spaces und Kunstmärkte, die auch autodidaktischen Künstlern eine Bühne bieten. Gute Erfahrungen habe ich bisher beispielsweise mit der Galerie CAW in Walferdingen und den Rotondes in Luxemburg Stadt gemacht.
Mit großer Freude beobachte ich, dass kleine, persönliche Projekte bei den Menschen ebenfalls Resonanz finden.
Mit meiner eigenen Webseite schaffe ich genau so einen Raum – eine Plattform für Kunst, die aus dem Herzen kommt, fernab von renommierten Galerien. Hier kann ich meine Werke präsentieren, meine Gedanken teilen und mit Kunstliebhabern in Kontakt treten.
In Luxemburg finden sich mittlerweile ganz besondere Orte der kreativen Begegnung, sogenannte “Creative Spaces”, wo Anfänger und Fortgeschrittene gleichermassen willkommen sind, wie zum Beispiel die Limina Limona Asbl in Canach, das Kolibri in Steinsel, das ArtSpace in Neudorf und einige andere. Alles lobenswerte, lokale Initiativen, auf die ich in einem künftigen Blogbeitrag näher eingehen werde.
Mein Tipp: Dranbleiben und sichtbar werden
Für alle, die ebenfalls autodidaktisch ihren künstlerischen Weg gehen: Bleibt dran!
Besucht lokale Kunstveranstaltungen, vernetzt euch mit Gleichgesinnten und nutzt Social Media.
Luxemburg mag klein sein, aber genau das ist eine Chance – man kennt sich und kann leicht Kontakte knüpfen.
Und vor allem: Hab' Spaß an der Kunst!
Denn am Ende geht es nicht um akademische Titel oder große Namen, sondern darum, etwas zu erschaffen, das dich und andere berührt. Sei dankbar für die kleinen (aber äusserst wertvollen) Ausstellungen, an denen du teilnehmen darfst.
Hast du Lust, mehr über meine autodidaktische Reise zu erfahren?
Dann schau vorbei auf meiner Instagramseite @atelier.kleine.feine.dinge – ich freue mich auf den Austausch!
Schreibe mir gerne deine Erfahrungen zu diesem Thema in die Kommentare.
Alles Liebe,
Estelle

Mosaik Workshop in Rom, 2024
Associazione Culturale Aegea Mosaici
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